Erfahrung auf offene Stellen

 
 

Johann Schned ist 73 Jahre alt, gelernter Maurermeister und Bautechniker. Seit einigen Jahren ist er für das Metallbauunternehmen Benno Wimmer GmbH in Passau tätig: Er fährt Transporter mit sieben Meter langen Anhängern – beladen mit Ölwannen, Lagertanks und Behältern. Mehr als 20.000 Kilometer hat er in den vergangenen fünf Jahren zurückgelegt. Für Schned geht es dabei nicht allein um die Aufbesserung seiner Rente, sondern um eine erfüllende Aufgabe. „Ich habe weiterhin das Gefühl, gebraucht zu werden“, sagt er. „Das, was ich kann, möchte ich auch zukünftig nutzen.“

 

Geschäftsführer Benno Wimmer sieht das ähnlich: „Rentnerinnen und Rentner sind für manche Arbeiten sogar besser einsetzbar, da sie zeitlich flexibler sind.“ „Und junge Menschen verfügen oft nicht über eine Fahrlizenz für Anhänger“, ergänzt seine Frau Barbara.

 

Zueinander gefunden haben beide Seiten über „Talente in Rente". Die Online-Plattform des bbw e. V. ist Teil der Initiative Fachkräftesicherung FKS+, die von der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft und der Bayerischen Staatsregierung ins Leben gerufen wurde.

Eine Plattform, zwei Perspektiven

„Das Angebot ist bewusst einfach gehalten. Rentnerinnen und Rentner legen kostenlos ein Suchprofil an, beschreiben ihre Berufserfahrung und ihren Tätigkeitswunsch“, erklärt Annette Geiger, Projektleiterin von „Talente in Rente“. „Unternehmen veröffentlichen ebenfalls kostenlos und in unbegrenzter Zahl Stellenangebote. Ein automatisiertes System bringt beide Seiten dann zusammen.“ Ob Minijob, Teilzeit oder Vollzeit – die Plattform deckt alle Beschäftigungsformen ab und richtet sich bayernweit an Unternehmen aller Branchen und Größen.

Der Fachkräftemangel in vielen Bereichen ist auch ein demografisches Problem. In den kommenden Jahren gehen die geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand. Gleichzeitig rücken weniger junge Menschen nach. Die Folge: Viele Stellen bleiben unbesetzt und wertvolles Know-how geht verloren. Fachleute schätzen, dass Mitte der 2030er-Jahre bis zu 4,8 Millionen Erwerbsfähige fehlen könnten.

 

„Talente in Rente“ nutzt daher ein Potenzial, das bisher kaum erschlossen wurde. Laut Deutscher Rentenversicherung bezogen im Juli 2025 rund 21,5 Millionen Menschen eine gesetzliche Rente. „Im Gegensatz zur Anwerbung junger Fachkräfte, die oft Monate dauert, sind Menschen im Ruhestand kurzfristig verfügbar. Sie bringen Berufserfahrung, Netzwerke und häufig Spezialkenntnisse mit, die auf dem regulären Arbeitsmarkt schwer zu finden sind“, so Geiger. Für die Ruheständler*innen selbst geht es selten nur um Geld: Geistige Fitness, gesellschaftliche Einbindung und das Gefühl, gebraucht zu werden, spielen eine mindestens ebenso große Rolle.

 
 

Die Online-Plattform „Talente in Rente" des bbw e. V. ist Teil der Initiative Fachkräftesicherung FKS+.

Talente in Rente online

 
 

Zahlen und Fakten

≈5.350

registrierte Rentner*innen

veröffentlichte Bewerberprofile

>620

≈400

registrierte Unternehmen

offene Stellenangebote aktuell

>70

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Älter werden, selbstbestimmt bleiben

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Hochfranken, Bayreuth, Passau, Neumarkt, Weiden, Donauwörth-Ulm-Aalen (DUA), Mittelfranken (Ansbach), Bamber-Coburg (BaCo)

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Ab einem bestimmten Punkt reicht praktische Alltagshilfe allein nicht mehr aus. Dann stellen sich grundsätzliche Fragen: „Wie lässt sich die häusliche Unterstützung besser organisieren? Wo finden Angehörige Entlastung?“ Die Pflegeberatung der gfi hilft direkt vor Ort: An drei bayerischen Standorten besuchen Berater*innen jährlich über 250 pflegebedürftige Menschen zu Hause. Sie bewerten die Pflege- und Betreuungssituation, halten Kontakt zu den Pflegekassen und entwickeln mit den Betroffenen Lösungen. Sie tragen damit zur Qualität der häuslichen Pflege bei.

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„Wie sende ich meiner Enkelin eine WhatsApp? Wie starte ich eine Videokonferenz mit meinem Arzt? Und wie stelle ich online einen Antrag bei meiner Krankenkasse?“ – Was für viele selbstverständlich ist, bleibt für einen Teil der älteren Generation eine Hürde. Seit 2021 qualifiziert das gfi-Netzwerk „MuT-Profis“ haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter*innen in der Seniorenarbeit darin, ältere Menschen an digitale Anwendungen heranzuführen.

 

Das Angebot umfasst niedrigschwellige Online-Schulungen, themenspezifische Workshops und digitale Sprechstunden, ergänzt durch eine Wissensplattform mit Präsentationen, Praxismaterialien und Hinweisen auf nützliche Apps. Teilnehmerin Jutta Kattner schätzt vor allem den Austausch untereinander: „Die MuT-Profis bieten uns als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren die Möglichkeit zur Vernetzung – und zeigen, wie hilfreich digitale Kompetenzen auch für uns als ältere Generation sind.“

Zahlen 2025

Teilnehmer*innen in Schulungen

20

Projektförderung: Bayerisches Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales

Wissen rund um den Einsatz als Seniorenvertreter*in

Wer sich in einer kommunalen Seniorenvertretung engagiert, bringt Motivation mit – aber nicht unbedingt das Fachwissen zu Daten- und Versicherungsschutz oder Öffentlichkeitsarbeit. Seit 2023 schult die Seniorenakademie Bayern der gfi deshalb Personen, die sich in den Seniorenvertretungen von Landkreisen und Gemeinden engagieren oder sich bürgerschaftlich für Senior*innen einsetzen wollen.

 

Das Programm reicht von rechtlichen Grundlagen über Netzwerkarbeit bis zu Seminaren über Resilienz im Ehrenamt oder den Umgang mit Demenz – wahlweise in kostenlosen Präsenzveranstaltungen oder als virtuelle Angebote.

 

Warum sich das lohnt, beschreibt Seminarteilnehmerin Katharina Stiller aus Hausham in Oberbayern: „Das Seminar ‚Fit für die Aufgaben der Seniorenvertretung‘ hat mir viel gebracht. Ich habe mich mit vielen neuen und langjährigen Aktiven ausgetauscht, die ihre Erfahrungen und Nöte eingebracht haben. Der demografische Wandel stellt uns vor große Aufgaben. Ehrenamt kann ein wichtiger Teil der Antwort sein.“

 

Auch Franz Meißner, 2. Bürgermeister in Sachsen bei Ansbach und regelmäßiger Teilnehmer, sieht in der Akademie einen wichtigen Baustein der Kommunalarbeit: „Um als Seniorenvertretung fachlich, strategisch und kommunikativ wirksam zu sein, muss Wissen aufgebaut und ständig erweitert werden. Mit ihren Seminaren zu wichtigen Themen der Seniorenarbeit liefert die Seniorenakademie Bayern genau diese Expertise.“