Vom Forscherauftrag zur Berufswahl: MINT als Erlebnis

 
 

Eine Woche in den Schulferien. Aber nicht am Strand, nicht auf dem Sofa und nicht am Smartphone. Diese Ferien steht Jens an einer hochmodernen Werkzeugmaschine bei Liebherr-Aerospace. Tina begrüßt einen humanoiden Roboter und Finn steuert mit seinem selbst geschriebenen Code einen Mars-Rover. Für viele Teilnehmer*innen der Camps von Technik – Zukunft in Bayern“ ist das der Moment, in dem sich etwas verändert. Kein Berufsberatungsgespräch, keine Broschüre – sondern echtes Erleben: anfassen, ausprobieren, scheitern und daraus lernen.

 

Seit über 25 Jahren lässt die Bildungsinitiative „Technik – Zukunft in Bayern“ Kinder und Jugendliche in die Welt der Technik und Naturwissenschaft eintauchen. Gestartet als Pilotprojekt, ist sie in den vergangenen Jahren zu einer nachhaltigen Plattform der MINT-Förderung gewachsen. Getragen und umgesetzt werden die vielfältigen Angebote vom bbw e. V. Gefördert werden die Programme von bayme vbm – Die bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeber und dem Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.

Früh anfangen: MINT von der Kita bis zur Grundschule

„Warum fährt ein Schlitten auf Eis schneller als auf Asphalt?“, „Wie kommt der Ton aus der Toniebox?“, „Wie funktioniert 3D?“ Mit dem Projekt „Es funktioniert?!“ begeben sich Kinder bis zehn Jahre auf eine MINT-Bildungsreise. Gemeinsam suchen sie Antworten und Lösungen – allein durch neugieriges Entdecken.

 

Die „MINIPHÄNOMENTA“ geht noch einen Schritt weiter: Für zwei Wochen verwandeln 52 technisch-naturwissenschaftliche Experimentierstationen („Mini-Phänomene“) bayerische Grundschulen in ein Forschungslabor. Die jungen Forscher*innen experimentieren eigenständig nach Lust und Laune – die Lehrkräfte stehen als Prozessbegleiter*innen unterstützend zur Seite.  

 

Ergänzt wird das Angebot für die Jüngsten durch das vom BMBFSFJ geförderte MINT-Cluster Minti. Ziel ist es, Neugier, Motivation und Begeisterung für MINT‑Themen bereits im Grundschulalter zu wecken – insbesondere bei Mädchen. Lehramtsstudent*innen leiten die Minti-Clubs und bauen gemeinsam mit den Kindern beispielsweise Bürstenroboter oder Stadtmodelle mit dem 3D-Stift.

 

Digital denken lernen

Wer die Arbeitswelt von morgen verstehen will, braucht zumindest grundlegende Kenntnisse digitaler Sprachen. Angebote wie „code your way“ führen Schüler*innen ab der 5. Klasse schrittweise ans Programmieren heran. Im „basic level“ lernen sie erstmals, wie Coding funktioniert – etwa indem sie Mars-Roboter entwickeln oder IT-Unternehmen besuchen. Wer möchte, vertieft das Gelernte freiwillig im „advanced level“. Programmleiterin Cristina Beck beschreibt den Anspruch dahinter: „Es geht bei ‚code your way‘ nicht darum, künftige Programmiererinnen und Programmierer auszubilden. Vielmehr möchten wir zeigen, hinter welchen Technologien Codes stecken und welche Berufe es in diesem Bereich gibt.“

Gefördert wird „code your way“ von bayme vbm – Die bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeber und dem Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.

 

„cyber & cosmos“ verbindet zwei Themenwelten: „Cosmos“ führt die Teilnehmer*innen zunächst durch die Geschichte der Weltraumforschung, bis sie zuletzt ihre selbst programmierte Mondlandung am Computer erleben. „Cyber“ sensibilisiert für Datenschutz und bewusstes Handeln im digitalen Raum. „Das Projekt stärkt nicht nur die Medienkompetenz und das technische Verständnis der Jugendlichen. Es macht deutlich, wie eng Sicherheit, Technologie und Zukunftsanwendungen miteinander verknüpft sind“, so Jelena Khawari, Projektverantwortliche beim bbw e. V. Das Projekt wird vollständig durch den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert.

Eine Woche, die entscheidet: Die Feriencamps

Seit 20 Jahren zählen die Feriencamps zu den beliebtesten Angeboten der Initiative „Technik – Zukunft in Bayern“. Eine Woche lang erhalten Jugendliche in rund 30 Feriencamps Einblicke in die spannende Welt der technischen Berufe. Sie führen Gespräche mit Weltraumtechniker*innen, lösen Forschungsaufträge oder fertigen ein eigenes Werkstück an. Partner sind Konzerne wie Airbus, Siemens, Bosch Rexroth und KUKA, aber auch mittelständische Unternehmen aus der Region. Zwei Drittel der MINT-Camps richten sich dabei gezielt an junge Frauen.

 

Einem weiteren bedeutenden Zukunftsthema widmet sich das BaumanagerCamp. Hier planen Jugendliche ein Bauprojekt, testen Materialien und begleiten die Umsetzung auf einer echten Baustelle.

 

Eines haben alle Projekte zur Berufsorientierung gemeinsam: Sie geben einen praxisnahen Einblick in die Vielfalt technischer Berufe. Gleichzeitig öffnen sie aber auch den Blick auf das, was die Zukunft bringt. Genau darin besteht eine der fünf Challenges, denen sich die Schüler*innen im bayernweiten Wettbewerb Technik-Scouts stellen. Ihre Aufgabe: Sie müssen ein Szenario entwerfen, wie bestimmte MINT-Berufe im Jahr 2050 aussehen werden.

 

Förderer von Technik-Scouts: das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie sowie die Agentur für Arbeit München.

 
 

Entdecken Sie die Angebote der MINT Initiative Technik – Zukunft in Bayern

Die 3 Säulen der MINT Angebote des bbw

 
 

das könnte sie auch interessieren

Zukunft braucht Verantwortung

Nachhaltigkeit zum Anfassen

Insights

Der MBA für den Mittelstand

Elternkompass – Orientierungshilfe für den Bildungsweg

Die Berufswahl gehört zu den folgenreichsten Entscheidungen im Leben junger Menschen – und ist für ihre Eltern oft genauso spannend. Wer sein Kind dabei gut begleiten möchte, muss sich zwischen hunderten Ausbildungsberufen, Studiengängen und Überbrückungsformaten erst einmal selbst zurechtfinden. Das Projekt „Elternkompass“ der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (faw) bietet Orientierungshilfe: Bei Elternabenden, in Sprechstunden und Workshops lernen Erziehungsberechtigte, die Stärken ihrer Kinder zu erkennen. Sie knüpfen Kontakte zu Beratungsstellen, Branchenvertreter*innen und regionalen Angeboten.

wer nimmt Teil?

Eltern

18 %

weitere Verwandte

4%

#parentsonboard – Elternkompetenz auf wissenschaftlichem Fundament

Wenn Jugendliche vor der Berufswahl stehen, sprechen sie vor allem mit ihren Eltern. Doch viele fragen sich: „Wie kann ich mein Kind gut begleiten? Reicht es, gemeinsam Jobmessen zu besuchen? Oder ist es wichtiger, Vertrauen zu geben und eigene Entscheidungen zuzulassen?“


Das Projekt „#parentsonboard – Berufswahl mit starken Eltern“ von SCHULEWIRTSCHAFT Bayern im bbw e. V nimmt seit Mai 2022 diese Unsicherheit ernst. Im Mittelpunkt steht ein wissenschaftliches Modell, das vier Formen elterlicher Unterstützung unterscheidet: die emotionale (zuhören, Rückschläge auffangen), die sachorientierte (über Berufsfelder informieren), die instrumentelle (Bewerbungstraining organisieren, Kontakte herstellen) und die sogenannte Dezentrierung, also die Fähigkeit, loszulassen und dem Kind eigene Wege zuzugestehen.


„Mit unseren digitalen Selbstchecks sehen Eltern schnell, was sie schon gut machen – und wo noch Entwicklungspotenzial liegt“, erklärt Maria Burghof, Projektleiterin im bbw e. V. „Auch die Jugendlichen geben per Online-Tool Feedback, wie sie die Begleitung durch ihre Eltern erleben. Das hilft beiden Seiten, sich besser zu verstehen.“


Besonders gefragt sind auch die digitalen Elternabende. Fachleute von Arbeitsagentur sowie Industrie- und Handwerkskammer stellen verschiedene Berufswege vor. Seit Projektstart fanden rund 30 solcher Abende statt – mit über 8.000 Müttern und Vätern.

Folgen sie uns auf instagram

@schulewirtschaft_bayern

„#parentsonboard“ wird vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) im Rahmen der Initiative Bildungsketten gefördert, unterstützt vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus.

MINT

Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik

BMBFSFJ

Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Coding

Coden bildet die Grundlage des Programmierens und ist ein wesentlicher Bestandteil der Softwareentwicklung – ein Prozess, bei dem Menschen einer Maschine präzise Anweisungen geben.