
Qualifizierung für ein Berufsfeld mit Zukunft
In bayerischen Kindertageseinrichtungen fehlt vielerorts Personal. Gruppen werden zusammengelegt, Öffnungszeiten gekürzt, Wartelisten für Betreuungsplätze länger. Eltern sorgen sich, ob ihre Kinder ausreichend betreut und individuell gefördert werden. Gleichzeitig arbeiten in vielen Familien beide Elternteile, der Ausbau der Ganztagsbetreuung an Grundschulen erhöht den Bedarf weiter. Fachkräfte und Quereinsteiger*innen in der Pädagogik werden also dringend gebraucht.


Vom Quereinstieg zur pädagogischen Fachkraft
Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, bietet das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales (StMAS) seit 2022 eine Weiterbildungsreihe an, die neben der klassischen Erzieher-Ausbildung an Fachakademien einen zweiten Qualifizierungsweg eröffnet: den Quereinstieg in die Kinderbetreuung. Die bbw gGmbH setzt dieses Konzept bayernweit an zehn Standorten um. Die bfz bieten den Block A „Einstieg als Assistenzkraft“ des sogenannten Gesamtkonzepts an neun weiteren Standorten an.
Die Teilnehmer*innen bringen oft ganz andere Voraussetzungen mit als klassische Auszubildende. Viele sind Ende 30, haben Familie und schon in anderen Berufen gearbeitet. „Mit dem Programm erreichen wir Menschen, die sonst nicht in die Ausbildung gegangen wären – die aber viel Motivation und Lebenserfahrung mitbringen. Genau das brauchen die Kitas“, sagt Cornelia Janni‑Schmid, Leiterin des Geschäftsbereichs Gesundheit und Soziales der bbw gGmbH. Die Absolvent*innen sehen in ihrem Abschluss eine persönliche Bereicherung und eine Perspektive in einem sinnstiftenden Beruf.
Die Weiterbildung ist modular aufgebaut, nach jedem Abschnitt erwerben die Teilnehmer*innen eine Qualifikation, die bayernweit anerkannt ist.

Berufsbegleitend, praxisnah, modular
Die Quereinsteiger*innen lernen nah an der Praxis. Sie wechseln zwischen Präsenz- und Online-Unterricht und planen ihre Lernphasen selbst. Gerade für Eltern oder Menschen mit familiären Pflegeaufgaben ist das hybride Format ein großer Vorteil.
Zahlen und Fakten
10
Standorte bayernweit
gestartete Kurse seit 2022
70
1.450
Teilnehmer*innen seit Programmbeginn
Die Bildungskette in
pädagogischen
Berufen
Der Weg zum staatlich anerkannten Abschluss
Die bfz bieten zudem bayernweit einen Vorbereitungslehrgang auf die Externenprüfung zum*zur staatlich anerkannten Erzieher*in in Teilzeit und hybrider Form an. Das Angebot richtet sich an Menschen, die zum Beispiel nach der Elternzeit nicht im ursprünglichen Beruf arbeiten können und künftig eine Tätigkeit im pädagogischen Bereich anstreben – denen dafür aber noch der formale Abschluss fehlt.
„Eine mehrjährige Vollzeitausbildung passt für viele nicht in ihre Lebenssituation. Das flexible Teilzeitformat in hybrider Durchführung macht diese Qualifizierung besonders attraktiv für Menschen mit Care-Verantwortung – sie ermöglicht einen realistischen Wiedereinstieg in den pädagogischen Bereich, ohne familiäre Verpflichtungen aus dem Blick zu verlieren“, so Susanne Mauser‑Kick, Leiterin des Produktmanagements Fort- und Weiterbildung bfz.
Vor dem Abschluss stehen rund 2.000 Unterrichtseinheiten in sechs Lernfeldern – darunter pädagogische Beziehungsgestaltung, Arbeit mit Gruppen sowie Team- und Netzwerkarbeit. Hinzu kommen Präsenztage und Praktika in Kindertageseinrichtungen. Am Ende legen die Teilnehmer*innen eine Prüfung an einer bayerischen Fachakademie ab – und erhalten einen staatlich anerkannten Abschluss, der dem einer klassischen Ausbildung in nichts nachsteht.

Ein doppelter Gewinn
„Die Qualifizierung wirkt in zwei Richtungen: Sie eröffnet Menschen neue berufliche Perspektiven – und sichert pädagogische Fachkräfte für ein System, das ohne qualifizierten Nachwuchs an seine Grenzen stößt. Jede neu ausgebildete Person entlastet Einrichtungen und gibt Eltern die Sicherheit verlässlicher Betreuung“, so Mauser‑Kick.
Zahlen und Fakten
Standorte bayernweit
17
≈550
Teilnehmer*innen haben die Weiterbildung bereits erfolgreich abgeschlossen
Die Trends der Zukunft
Zurück ins Leben, Schritt für Schritt
Die bbw-Gruppe als Arbeitgeber