
Zurück ins Leben, Schritt für Schritt
Psychische Erkrankungen bringen oft vieles durcheinander: Der Tagesablauf gerät aus dem Takt, Beziehungen verändern sich, die Arbeit fällt schwer – und das Vertrauen in die eigene Kraft leidet. Fachkliniken leisten die Akutversorgung. Ob die langfristige Stabilisierung aber gelingt, entscheidet sich erst im Anschluss. Die Rehabilitationseinrichtung „Lichthof“ der gfi in Hof hilft Menschen mit psychischen Erkrankungen in dieser Übergangsphase.
18 stationäre und vier ambulante Plätze gibt es. Das Haus steht unter medizinischer Leitung und verfügt über modern ausgestattete Räume für Physio-, Ergo- und Bewegungstherapie sowie Fitnesstraining. Ein multiprofessionelles Team aus Ärzt*innen, Psycholog*innen, Psychotherapeut*innen, Sozialpädagog*innen, Pflegefachkräften, Ergotherapeut*innen, Physiotherapeut*innen, Fachanleiter*innen und Fachlehrer*innen begleitet die Rehabilitand*innen auf dem Weg zurück in ein eigenständiges Leben.


Komplexe Diagnosen, individuelle Wege
Die Krankheitsbilder der Menschen im „Lichthof“ haben sich in den vergangenen Jahren verändert – sie sind komplexer geworden. Mehrfachdiagnosen gehören zum Erscheinungsbild. Häufig geht es um depressive Störungen, Persönlichkeitsstörungen, ADHS, Zwangs- und Angststörungen, Traumafolgestörungen sowie Schizophrenien und Psychosen. „Wir müssen deshalb an mehreren Stellen gleichzeitig ansetzen: therapeutische Stabilisierung, Aufbau von Tagesstruktur und Belastbarkeit sowie die schrittweise Heranführung an berufliche Anforderungen“, erklärt Lars Pogadl-Kamper, gfi-Geschäftsführer.
Dass diese Kombination wirkt, belegen die Integrationszahlen der Einrichtung. Rund 73 Prozent der ausgeschiedenen Rehabilitand*innen wechseln in Beschäftigung oder Qualifizierungsangebote.
Die familiäre Atmosphäre des Hauses und die enge Betreuung durch die Fachkräfte tragen dazu bei, dass Rehabilitand*innen Vertrauen in ihre eigene Leistungsfähigkeit zurückgewinnen.

Ein Weg mit Rückschlägen – und einem guten Ende
Wie ein solcher Prozess aussehen kann, zeigt die Geschichte von Markus. Der 23-Jährige kam mit den Diagnosen depressive Störung und ADHS sowie einer Vorgeschichte von Cannabismissbrauch in den „Lichthof“. Bei seiner Aufnahme war Markus drogenfrei, nach einigen Wochen ließ er sich von einem Freund erneut zum Konsum verleiten. Die regelmäßigen Tests deckten den Rückfall auf.
Was folgte, war keine Abwärtsspirale, sondern eine Wende. Markus nahm seine Therapien mit neuem Engagement auf und absolvierte verschiedene betriebliche Praktika. Sein Einsatz überzeugte die Arbeitgeber. Das positive Feedback gab ihm Antrieb, stärkte sein Selbstvertrauen und seine Zuverlässigkeit. Am Ende seines Aufenthalts hatte Markus eine feste Zusage für eine Ausbildung.
„Mentale Gesundheit entscheidet nicht nur darüber, wie erfolgreich eine Behandlung verläuft. Sie beeinflusst auch, wie gut Menschen wieder arbeiten können, Beziehungen aufbauen und am Leben teilhaben. Im ,Lichthof‘ wächst Schritt für Schritt etwas, das vielen lange verloren gegangen war: Struktur, Vertrauen und eine reale Perspektive für den weiteren Weg“, so Pogadl-Kamper.
Integrationen der Rehabilitand*innen 2025
Zahlen und Fakten
8 %
schieden aus sonstigen Gründen aus – etwa durch Umzug, Schwangerschaft oder auf eigenen Wunsch.
19 %
der Fälle endeten in einem Abbruch – etwa krankheitsbedingt oder aus disziplinarischen Gründen.
73 %
der ausgeschiedenen Rehabilitand*innen wechselten in Arbeit, Ausbildung, Umschulung oder weiterführende Maßnahmen.
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