Culture Coaches – wie KMU internationale Fachkräfte erfolgreich integrieren

 
 

Wenn ein Handwerksbetrieb mit 60 Beschäftigten zum ersten Mal eine ausländische Fachkraft einstellt, fehlt oft eines: eine klare Struktur für den Start im Betrieb. „Die fachliche Qualifikation mag stimmen, doch Sprachbarrieren, kulturelle Unterschiede und komplizierte Verwaltungswege können den Einstieg erschweren. Große Konzerne leisten sich dafür eigene Integrationsabteilungen. Kleinst- und mittlere Unternehmen (KMU) stehen häufig allein vor dieser Aufgabe“, berichtet Volker Jödicke, faw-Projektleiter „Vielfalt im Betrieb“.

 

Das vom ESF und dem Land Schleswig-Holstein geförderte Projekt „Vielfalt im Betrieb Culture Coach“ der faw richtet sich an diese Zielgruppe. In acht Regionen Schleswig-Holsteins helfen faw-Prozessbegleiter*innen Unternehmen dabei, internationale Mitarbeiter*innen dauerhaft in ihre Teams zu integrieren. „Unsere Aufgabe ist es, Strategien mit den Betrieben aufzubauen – passgenau, pragmatisch und so, dass sie auch nach Projektende bestehen bleiben“, so Jödicke.

Drei Säulen – kostenfrei und praxisnah

Das Angebot besteht aus drei Bausteinen: In interkulturellen Schulungen lernen Beschäftigte die Grundlagen für die Zusammenarbeit in gemischten, internationalen Teams. Bei monatlichen digitalen Netzwerktreffen tauschen sich Unternehmen aus der Region aus, teilen Erfahrungen und lernen voneinander. Zudem setzen sich faw-Prozessbegleiter*innen mit den Firmen zusammen und klären offene Fragen wie: „Wie gestalte ich ein Onboarding, das kulturelle Unterschiede berücksichtigt?“, „Lohnt sich ein sogenanntes Buddy-System?“ „Und welche Fördermittel stehen uns zur Verfügung?“

 

Im individuellen Coaching unterstützen die regionalen Prozessberater*innen den Aufbau eines strategisch strukturierten Integrationsprozesses in den Unternehmen.

 

Damit das Wissen im Betrieb bleibt und Konflikte unter den Beschäftigten vermieden werden, qualifiziert das faw-Projektteam Mitarbeiter*innen aus den KMU zu sogenannten „Culture Coaches“. Sie werden betriebsübergreifend geschult und sind später die ersten Ansprechpersonen, wenn es Fragen, Anliegen oder Herausforderungen vonseiten der Beschäftigten oder der Führungsebene gibt.

Vielfalt im Betrieb

 
 

Zahlen und Fakten

140

KMU im Beratungsangebot

Unternehmen mit qualifizierten „Culture Coaches“

25

30-40 %

Integrationsquote in Arbeit bei ESF-Partnerprojekten

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Buddy-System

Ein Buddy-System am Arbeitsplatz ist ein Mentorenprogramm: Neue Mitarbeiter*innen bekommen eine erfahrene Kollegin oder einen erfahrenen Kollegen an die Seite gestellt. Diese „Buddies“ helfen ihnen, sich schneller einzuarbeiten, Fragen zu klären und sich im Team wohlzufühlen. Gleichzeitig wird Wissen unkompliziert weitergegeben, vor allem in den ersten Wochen und Monaten.