
Berufsorientierung im digitalen Zeitalter
Dank künstlicher Intelligenz (KI) steht die Arbeitswelt vor tiefgreifenden Veränderungen – ganze Berufsbilder werden sich wandeln oder neu entstehen. „Wie können sich Jugendliche in einer solchen Umbruchphase beruflich orientieren? Wird es ihren Traumjob in fünf Jahren überhaupt noch geben? Auch wenn Studien und soziale Medien häufig das Verschwinden zahlreicher Berufe prognostizieren, bleibt eines sicher: Mit dem richtigen Impuls können Interessen geweckt, Stärken erkannt und konkrete berufliche Perspektiven entwickelt werden“, ist Pia Schwarz, stellvertretende Geschäftsführerin SCHULEWIRTSCHAFT Bayern, überzeugt.
Praktika bieten die ideale Möglichkeit, erste Einblicke in betriebliche Abläufe zu erhalten und sich selbst auszuprobieren. Doch für viele ist der Einstieg in die Arbeitswelt eine echte Herausforderung: Wie kleide ich mich angemessen? Wie verhalte ich mich gegenüber Kolleg*innen und Vorgesetzten? Und wie gehe ich mit Feedback um? Mit dem neuen „Skill Trainer“ der sprungbrett – Virtual Work Experience können junge Menschen den „Ernstfall“ digital trainieren.
Berufsorientierung als Training
„Im virtuellen Raum spielen wir mit Schülerinnen und Schülern vorab typische Situationen eines Praktikums durch. Der ‚Skill Trainer‘ führt die Jugendlichen mithilfe einer Virtual-Reality-Brille durch eine interaktive Geschichte. Der erste Praktikumstag beginnt zu Hause mit der Wahl der passenden Kleidung und der Planung des Arbeitswegs. Dann geht es zum ersten Mal in den Betrieb: Die Praktikantinnen und Praktikanten lernen ihre Aufgaben kennen, treten in Austausch mit Azubis und Ausbildungsverantwortlichen und machen sich mit verschiedenen betrieblichen Abläufen vertraut“, berichtet Benjamin Liebl, Projektleiter der sprungbrett – Virtual Work Experience im bbw e. V. „Aus meiner Sicht ist das Besondere, dass sie immer wieder mit kritischen Situationen konfrontiert werden. Für jede Entscheidung, die sie treffen, erhalten sie Feedback und werden so für angemessenes Verhalten am Arbeitsplatz sensibilisiert.“


Sicherer werden, bevor es ernst wird
„In der virtuellen Umgebung können sich die Schülerinnen und Schüler ausprobieren, Fehler machen und daraus lernen, noch bevor es ernst wird“, betont Liebl. „Das stärkt Handlungskompetenzen und Soft Skills. Gleichzeitig sinkt die Schwelle für diejenigen, die vor einem echten Praktikum zurückschrecken.“ Und auch die Betriebe profitieren vom virtuellen Praktikumstraining: Wer gut vorbereitet startet, zeigt mehr Eigeninitiative und findet sich schneller im Arbeitsalltag zurecht.
Der „Skill Trainer“ will das traditionelle, reale Praktikum nicht ersetzen. Aber er macht den Einstieg für viele Jugendliche einfacher.
Die Virtual-Reality-Erfahrung ist für alle Schülerinnen und Schüler ab der achten Jahrgangsstufe in Bayern verfügbar. Der Zuspruch ist groß: Bereits über 190 Schulen und 40 Klassen haben die Virtual Work Experience genutzt.
Projekt sprungbrett bayern –
Dein direkter Weg zum Praktikum


Hauptförderer der sprungbrett – Virtual Work Experience sind die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft und das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie. Das Projekt wird von SCHULEWIRTSCHAFT Bayern im Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft e. V. umgesetzt.
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