
Transformation zum Anfassen
Bei Siemens in Leipzig werden Schaltschränke gefertigt, die Montage erfolgt manuell mit hohem personellem Aufwand. Die Wachstumserwartungen des Standorts lassen sich mit den herkömmlichen Abläufen aber nicht mehr erfüllen. Digitalisierung, Automatisierung und neue Technologien sind nötig, um die Effizienz zu steigern. Für die Mitarbeiter*innen bedeutet das: Ihre Arbeit wird sich grundlegend verändern. Roboter, fahrerlose Transportsysteme und künstliche Intelligenz (KI) werden Teil ihres Arbeitsalltags. Das weckt bei manchen Neugier – bei anderen Unsicherheit.
Die bbw gGmbH arbeitet seit mehreren Jahren mit Siemens Professional Education – dem Bildungsdienstleister der Siemens AG – erfolgreich im Rahmen der SiTecSkills Academy zusammen. Ziel dieses Qualifizierungsprogramms ist es, Mitarbeiter*innen mit gezieltem Re- und Upskilling systematisch auf die Anforderungen der digitalen und nachhaltigen Transformation vorzubereiten und ihre langfristige Beschäftigungsfähigkeit zu sichern. Grundlage ist der von Siemens initiierte Zukunftsfonds für den Strukturwandel. Damit investiert der Technologiekonzern nachhaltig in Weiterbildung und Technologie-Kompetenzen. Für das Werk Leipzig hat die bbw gGmbH ein umfassendes Qualifizierungsprogramm konzipiert, das weit über klassische Schulungsformate hinausgeht.

Erlebnisstationen statt Frontalunterricht
Das Herzstück sind sogenannte Erlebnisstationen. Angelehnt an Escape-Room-Techniken lösen Mitarbeiter*innen in Kleingruppen Aufgaben an vier Themenstationen: Robotik, fahrerlose Transportsysteme, KI und Smart Factory. Sie programmieren eine Strecke für ein fahrerloses Transportsystem oder steuern eine Roboterzelle. Der Ansatz ist bewusst spielerisch und interaktiv. So werden auch komplexe Technologien greifbar – und aus Bedenken wird schnell Neugier.

„Technologie einzuführen ist das eine. Die Menschen dafür zu gewinnen, das andere. In Leipzig haben wir erlebt, wie aus anfänglicher Skepsis überzeugtes Engagement wurde – weil die Beschäftigten die Veränderung selbst erfahren und mitgestalten konnten“
bbw-Projektleiter
Transformationslotsen, Führungskräfte und ein Kommunikationskonzept
Damit das neue Wissen dauerhaft im Betrieb verankert bleibt, bildet Siemens ausgewählte Mitarbeiter*innen zu sogenannten Transformationslotsen aus. Sie lernen, klar zu kommunizieren, zu präsentieren und zu moderieren – auch dann, wenn es schwierig wird. Im Arbeitsalltag sind sie die ersten Ansprechpersonen und Multiplikator*innen in ihren Teams.
Gleichzeitig bereiten sich auch die Führungskräfte vor: Sie beschäftigen sich mit dem souveränen Umgang mit KI, der Gestaltung neuer Arbeitswelten oder der Frage, wie sie ihre Teams durch Veränderungen führen. Der Ansatz verbindet gezielt Qualifizierung, Organisationsentwicklung und Kommunikation – und trägt so dazu bei, Transformation nicht isoliert technisch, sondern ganzheitlich im Unternehmen zu verankern
„Die Kombination aus erlebnisorientiertem Lernen, der Integration von Transformationslotsen und einheitlich geschulten Führungskräften hat dazu beigetragen, dass der Wandel in unserem Werk nicht als Top-down-Initiative wahrgenommen wird, sondern gemeinschaftlich von der Belegschaft getragen wird“, erläutert Fynn Mohr, People & Organization Business Partner, Siemens Leipzig.
„In einer Welt im stetigen Wandel muss sich Bildung neu erfinden, um mit den technologischen Entwicklungen Schritt zu halten. Lebenslanges Lernen sollten wir als Chance begreifen und mit viel Offenheit und Neugierde begegnen. Bildung formt die Zukunft unserer Gesellschaft und ist der Antrieb unserer Wirtschaft.”

Das Transformationsprojekt auf einen Blick
Daten
Partner
Standort
Zielgruppe
Bausteine
01
vier Erlebnisstationen
02
Transformationslotsen-Programm
03
Führungskräfteschulungen
04
Kommunikationskonzept
Die Trends der Zukunft
Vielfalt im Betrieb braucht Struktur
Zukunft braucht Verantwortung